Daten des 2. Weltkrieges und der Flucht in erster Linie über Ostpreußen und Pommern. Die hier aufgeführten Kriegsereignisse sind zeitlich geordnet. Beginnend mit dem deutschen Angriff auf Polen sind insbesondere Daten erfasst, zu denen Familienmitglieder in Bezug stehen. Großen Wert habe ich auf die konkrete Datierung gelegt, mit denen man möglicherweise Fluchtbewegungen aus Städten und Dörfern rekonstruieren kann. Meine Darstellung der Ereignisse ist nicht vollständig. Ich hoffe aber, dass sie politisch neutral ist.

01.09.1939
Deutscher Überfall auf Polen.

24.06.1940 - 29.07.1940
Luftangriffe auf die Seestadt Wismar durch die britische Royal Air Force.

11.02.1941
Deutsche Truppen landen in Tripolis.

22.06.1941
Deutscher Angriff auf die Sowjetunion.

18.11.1941
Beginn der britischen Offensive "Crusader" in Nordafrika unter Führung von Bernard Montgomery. Die deutsch-italienischen Stellungen an der Sollum-Front sind heftigen Angriffen der britischen 8. Armee ausgesetzt.

26.11.1941
Den Briten gelingt der Durchbruch zur Festung Tobruk.

07.12.1941
Rückzug der deutsch-italienischen Einheiten aus dem libysch-ägyptischen Grenzgebiet in Richtung Westen.

21.01.1942
Beginn der deutsch-italienischen Gegenoffensive zur Eroberung der Cyrenaika. Den Achsenmächten gelingt der Vormarsch nach El Alamein.

07.02.1942
Die deutsch-italienische Offensive in Nordafrika wird vor Tobruk gestoppt.

26.05.1942
Beginn der deutsch-italienischen Offensive „Theseus“. Ihre Ziele sind der Durchbruch der Gazala Front und die Eroberung von Tobruk.

26.05.1942 – 11.06.1942
Schlacht von Bi'r el Hacheim

27.05.1942
Die Achsenmächte stehen vor Bi'r el Hacheim. Sie liefern sich mit den Alliierten (britische, französische und indische Truppen) vor Bi'r el Hacheim schwere Kämpfe.

23.09.1942 - 24.09.1942
Luftangriff auf die Seestadt Wismar.

1943
Zur Unterbringung von Zwangsarbeitern entsteht in der wismarer Friedrich-Techen-Straße ein Barackenlager. Später werden die Baracken für deutsche Kriegsflüchtlinge genutzt.

1943 Oktober
Deutsche Familien aus Siebenbürgen erreichen Brieg.

1943
In Brieg treffen Ende des Jahres die ersten evakuierte Familien aus Köln und Hamburg ein.

14.01.1944
Sowjetische Offensive gegen die Deutsche Heeresgruppe Nord

22.06.1944
Am Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion beginnt die Rote Armee ihre Sommeroffensive mit einem Angriff gegen die Heeresgruppe Mitte.

01.07.1944
Schwere Niederlagen für die Heeresgruppe Mitte unter Generaloberst Reinhardt und die Heeresgruppe Nord unter Generaloberst Schörner. Sie zogen von der Ukraine und Weißrussland 400 Kilometer in Richtung Ostpreußen zurück.

07.08.1944
Bombenangriffe auf Breslau durch die britische Royal Air Force.

25.08.1944
Luftangriff auf die Seestadt Wismar.

26.08.1944 - 27.08.1944
Beginn britischer Bombenangriffe auf Königsberg. Die größten Schäden im Norden der Stadt.

26.08.1944 - 29.08.1944
Bombenangriffe auf Königsberg durch die britische Royal Air Force. Die größten Schäden im Norden der Stadt.

29.08.1944 - 30.08.1944
Fortsetzung britischer Bombenangriffe auf Königsberg. Große Schäden in der Innenstadt.

30.08.1944
Britischer Luftangriff auf den Stettiner Hafen

05.10.1944
Russische Gardepanzerkorps stoßen südlich von Memel ans Kurische Haff vor.

07.10.1944
Räumung des Memellandes wird empfohlen.

16.10.1944
Die 3. Weißrussische Front unter General Iwan D. Tschernjachowski leitet mit fünf Armeen von Litauen aus eine Offensive gegen die in Ostpreußen stationierte 4. deutsche Armee unter General Friedrich Hoßbach ein. Militärisches Ziel der Offensive ist die Eroberung von Königsberg.

18.10.1944
Aufruf Hitlers zur Bildung des "Volkssturms"

21.10.1944
Sowjetische Einheiten erobern die Ortschaft Nemmersdorf.

22.10.1944
Panzerverbände der 11. sowjetischen Gardearmee nehmen die Städte Goldap, Eydtkau und Ebenrode ein. Den deutschen Verbänden gelingt es, die sowjetischen Truppen bis Anfang November wieder aus dem Reichsgebiet zu vertreiben.

14.12.1944
Sowjetischer Luftangriff auf den Flüchtlingshafen Libau.

12.01.1945
Beginn der sowjetischen Winteroffensive

12.01.1945
Die 1. Weißrussische Front stößt aus dem Weichselbrückenkopf , südlich von Warschau, in Richtung Posen und Pommern vor.

13.01.1945
Sowjetischer Angriff auf Gumbinnen, Stoßrichtung Königsberg und Kurisches Haff.

17.01.1945 Die 1. Weißrussische Front unter Georgij K. Schukow besetzt die geräumte polnische Hauptstadt Warschau.

17.01.1945
Massenflucht der Ostpreußen nach Pillau, Danzig und Gotenhafen

19.1.1945
In Brieg wird der "Volkssturm" einberufen.

21.01.1945
Allenstein wird von sowjetischen Truppen erobert.

21.01.1945
Der Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, GA Dönitz, gibt seine Anweisung für die "Operation Hannibal".

22.01.1945
Die Zivilbevölkerung muss auf Befehl des Gauleiters die Stadt Brieg verlassen. Den Einwohnern wird der Kreis Hirschberg zugewiesen.

22.01.1945
Der letzte D-Zug verlässt in den frühen Morgenstunden den Bahnhof von Königsberg, Allenstein, Insterburg, Osterode, Mohrungen und Deutsch-Eylau .

22.01.1945
Der Bahnhof Marienburg wird von sowjetischen Truppen erobert.

23.01.1945
Sowjetische Panzerspitzen erreichen Elbing.

23.01.1945 – 06.02.1945
Artilleriebeschuss auf Brieg durch die Sowjetische Truppen.

24.01.1945
Sowjetische Truppen überqueren bei Linden und Koppen die Oder.

25.01.1945
Das erste große Flüchtlingsgeleit, bestehend aus den Schiffen "Robert Ley", "Pretoria", "Ubena" und "Duale", verließ den ostpreußischen Hafen Pillau.

25.01.1945
Zivilisten (Kranke) verlassen Brieg mit einem Zug.

25.01.1945
In Gotenhafen und in Danzig-Neufahrwasser beginnt die Einschiffung auf die dort liegenden großen Passagierschiffe, die "Cap Arcona", die "Deutschland", die "Hanse", die "Potsdam", die "Walter Rau" und die "Wilhelm Gustloff".

25.01.1945
Sowjetische Truppen unterbrechen die Bahnlinie Elbing - Marienburg - Dirschau westlich von Elbing, über die bis dahin noch Flüchtlingstransporte liefen. Die Züge, die nicht mehr durchkommen, werden nun zum Hafen umgeleitet.

25.01.2005
Erste Beschießung Königsberg durch russische Artillerie.

26.01.1945
Sowjetische Truppen sind zwischen Königsberg und Cranz ins westliche Samland bis vor Fischhausen vorgedrungen und haben die Landverbindung Pillau-Königsberg unterbrochen. Die letzte Landverbindung zwischen Ostpreußen und dem übrigen deutschen Gebiet ist somit unterbrochen. Der Bevölkerung blieb als einziger Ausweg jetzt nur noch die Flucht über das zugefrorene Haff zu den noch erreichbaren Ostseehäfen.

26.01.1945
Rastenburg wird von sowjetischen Truppen erobert.

27.01.1945
Königsbergs Zivilbevölkerung wird zum Verlassen der Stadt aufgefordert. Die Flucht setzt ein.

27.01.1945
Die Schiffe "General San Martin" und "Der Deutsche" verlassen den Hafen von Königsberg. Die Schiffe hatten unter anderem den Auftrag, die Insassen der Frauen- und Kinderklinik Königsberg, einschließlich dem Personal, an Bord zu nehmen und nach Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern zu verlegen. Dieses Geleit erreichte sein Ziel.

27.01.1945
Schwerer Fliegerangriff auf Brieg.

28.01.1945
Stadt Memel wird von den letzten deutschen Soldaten verlassen.

30.01.1945 - 19.02.1945
Bahnverbindung zwischen Königsberg und Pillau von sowjetischen Truppen unterbrochen.

30.01.1945
In der Nacht zum 30.01. dringen die Sowjetische Truppen in Metgethen ein.

30.01.1945
Kämpfe um Palmnicken.

30.01.1945
Die Rote Armee beendet die erste Phase ihrer Winteroffensive, sowjetische Einheiten haben auf breiter Front die Oder erreicht.

30.01.1945
Der letzte Zug fährt aus Königsberg ab (dieser wird von sowjetischen Truppen westlich der Stadt gestoppt).

30.01.1945
Das deutsche Flüchtlingsschiff "Wilhelm Gustloff" legt von Gotenhafen ab und wird von dem sowjetischen U-Boot S-13, kommandiert von A. I. Marinesko, getroffen und versank 90 Minuten später mit bis zu 10000 Flüchtlingen an Bord.

31.01.1945
In der Nacht zum 31.01. stoßen sowjetische Truppen bei Nautewinkel u. Groß-Heydekrug bis zum Königsberger Seekanal vor.

01.02.1945
Die Front verläuft entlang der Linie Graudenz - Zempelburg - Friedland - Stargard – Pyritz.

06.02.1945
Brieg wird an die Sowjetische Truppen übergeben.

09.02.1945- 25.02.1945
Kämpfe um die Stadt Zinten. Je nach Quelle dauerten die Kämpfe vom 09.02.-22.02. oder 09.02.-25.02.1945.

09.02.1945
Lazarettschiff "General von Steuben" stach von Pillau aus in See.

10.02.1945
Lazarettschiff "General von Steuben" wird von dem sowjetischen U-Boot S-13 kommandiert von A. I. Marinesko versenkt.

10.02.1945
Deutschen Einheiten gelingt es, die Offensive der Roten Armee gegen Hinterpommern vorläufig zum Stehen zu bringen.

10.02.1945
Elbing wird von sowjetischen Truppen erobert. Ca. 80% der in Elbing zusammengedrängten Menschen entkommen nach Danzig und Pommern.

11.02.1945
Aus dem Heiligenbeiler Kessel setzt Massenflucht ein.

19.02.1945
Metgethen wird durch deutsche Truppen zurückerobert. Verbindung mit Königsberg ist zeitweise wieder vorhanden.

22.03.1945
Den sowjetischen Truppen gelingt zwischen Danzig und Gotenhafen der Durchbruch an die Küste.

24.02.1945
Die Rote Armee setzt ihre Winteroffensive fort und stößt mit der 2. Weißrussische Front in Richtung Ostsee vor.

26.02.1945
Der Flüchtlingsstrom nach Westen ist unterbrochen.

28.02.1945
Sowjetische Truppenspitzen stehen an der Straße Köslin-Schlawe.

01.03.1945
Der Dampfer „Koholyt“ verlässt mit Flüchtlingen an Bord die Stadt Königsberg in Richtung Danzig.

04.03.1945
Köslin wird von sowjetischen Truppen erobert.

04.03.1945
Sowjetische Truppen erreichen die Odermündung bei Stettin.

05.03.1945
Stettin wird von sowjetischen Truppen erobert.

05.03.1945
Stolper Zivilbevölkerung erhält Erlaubnis die Stadt zu verlassen.

05.03.1945
Cammin wird von sowjetischen Truppen erobert.

05.03.1945
Die Schiffe „Södenhamm“, „Reiher“, „Nautik“, „Pikhuben“, „Karlsruhe“, „Nadir“, „Oktan“, „Kolberg“, „Amrum“, „Martha Geiß", „Nordpol“, „Sextant“, „Bernd“ und „Viking“ treffen in Stolpmünde ein. Sie evakuieren 18000 Flüchtlinge über die Ostsee.

06.03.1945
Die Stadt Kolberg ist von allen Landverbindungen abgeschnitten.

07.03.1945
Sowjetische Truppen kesseln die zur Festung erklärte Stadt Kolberg ein.

09.03.1945
Kämpfe im Landkreis Stolp gehen zu Ende. Die Sowjetischen Truppen besetzten in zügigem Angriff den restlichen Teil des Kreises.

10.03.1945
Passagierschiff „Potsdam“ legt mit Flüchtlinge, Verwundete und KZ-Häftlingen von Gotenhafen nach Kopenhagen ab.

10.03.1945
Stadt Divenow, letzter pommerscher Übergang zum Westen, wird von sowjetischen Truppen eingenommen. Damit ist die gesamte pommersche Küste außer Kolberg in sowjetischer Hand.

12.03.1945
Die 8. amerikanische Luftflotte bombardiert den total überfüllten Flüchtlingshafen Swinemünde und die im Hafen und auf Reede liegenden vollbesetzten Flüchtlingsschiffe.

13.03.1945
Sowjetische Truppen treten zur Offensive gegen Königsberg an.

18.03.1945
Die pommersche Hafenstadt Kolberg wird von den sowjetischen Truppen erobert.

19.03.1945
Frontverlauf: Danziger Bucht, Oxhöfter Kämpe, Danzig, Gotenhafen bis zum Frischen Haff.

19.03.1945
Danzig wird bombardiert.

19.03.1945
Stadt Altdamm wird von sowjetischen Truppen erobert.

23.03.1945
Sowjetische Einheiten beginnen mit dem Vorstoß auf die Stadt Danzig.

23.03.1945
Es gibt noch 3 deutsche so genannte Brückenköpfe: Hela, Gotenhafen und Danzig-Weichselmündung.

25.03.1945
Das deutsche Schiff "Ubena" verlässt als letztes Passagierschiff mit 4000 Menschen an Bord den Hafen Danzig-Neufahrwasser.

25.03.1945
Danzig-Neufahrwasser wird von den sowjetischen Truppen erobert.

26.03.1945
Heiligenbeil wird von Truppen der 3. Weißrussischen Front erobert.

27.03.1945
Die Stadt Danzig wird von sowjetischen Truppen besetzt. Es befinden sich noch etwa 200.000 Einheimische und Flüchtlinge in der Stadt.

27.03.1945
Als letztes Schiff verlässt „Walter Rau“ mit Flüchtlingen den Hafen von Gotenhafen. Die Stadt Gotenhafen wird von sowjetischen Truppen erobert.

28.03.1945
Die Stadt Gotenhafen wird von den sowjetischen Truppen erobert.

30.03.1945
Verbände der sowjetischen 2. Stoßarmee unter dem Befehl von Generaloberst Iwan I. Fedjuninski erobern die Hafenstadt Danzig.

30.03.1945
Schwerste Bombenangriffe auf Berlin durch die britische Royal Air Force und die Luftstreitkräfte der US Army.

01.04.1945
Nachdem Danzig und Gotenhafen von der Roten Armee besetzt sind, ist die kleine Halbinsel Hela der letzte Absprungpunkt für die Bevölkerung und die Flüchtlinge in Pommern.

06.04.1945
Königsberg ist vollständig von sowjetischen Truppen eingeschlossen.

06.04.1945
Gegen 4.00 Uhr verlässt der letzte Lazarettzug Königsberg in Richtung Pillau. Beginn der sowjetischen Großoffensive auf Königsberg mit Artillerie- und Bombenangriffen. Schwerpunkte: Ponarth und Charlottenburg.

07.04.1945
Sowjetischer Gegenangriff auf Königsberg mit Schwerpunkt Nassen Garten und den Pregel im Süden und den Häfen um Juditten im Norden.

08.04.1945
Noch einen Tag vor der Kapitulation Königsbergs gelingt es deutschen Einwohnern mit Booten von Pillau nach Neutief über das Frische Haff zu fliehen.

09.04.1945
Die Militärführung der Stadt Königsberg unter Befehl des Gen. Lasch kapituliert.

09.04.1945
Am Tag der Kapitulation befanden sich noch etwa 100000 deutsche Zivilisten in Königsberg.

13.04.1945
Sowjetische Offensive gegen Samland.

13.04.1945
Der Dampfer "Karlsruhe" mit Flüchtlingen und Soldaten an Bord wird vor Stolpmünde versenkt.

14.04.1945
Bombenangriffe auf die Seestadt Wismar durch die britische Royal Air Force.

16.04.1945
Am Morgen wird mit der Einschiffung von Flüchtlingen, Soldaten und Verwundeten auf die Goya im Hafen von Hela begonnen.

16.04.1945
Das deutsche Schiff "Goya" wird um 23:52 Uhr von zwei Torpedos eines sowjetischen U-Bootes getroffen und sinkt nur wenige Minuten später vor der Küste Stolpmündes. Von den 7000 Menschen überleben 172 den Untergang.

16.04.1945
Die 1. Weißrussische und die 1. Ukrainische Front unter dem Befehl der Marschälle Georgi K. Schukow und Iwan S. Konew eröffnen den Angriff der Roten Armee auf die Reichshauptstadt Berlin.

23.04.1945- 07.05.1945
Erich Koch, Gauleiter der NSDAP in der preußischen Provinz Ostpreußen, flieht mittels des eigens für ihn bereitgehaltenen Hochsee-Eisbrechers Ostpreußen vor den Truppen der Roten Armee über die Ostsee. Über Pillau, die Halbinsel Hela, Rügen und Kopenhagen erreichte er Flensburg in Schleswig-Holstein.

25.04.1945
Pillau wird von sowjetischen Truppen eingenommen.

25.04.1945
Amerikanische und sowjetischen Truppen treffen sich in Torgau an der Elbe.

02.05.1945
Reichshauptstadt Berlin kapituliert.

05.05.1945
Aus Swinemünde entkommen die letzten Flüchtlinge.

07.05.1945
Bedingungslose Kapitulation aller deutschen Streitkräfte durch Generaloberst Alfred Jodl in Reims.

08.05.1945
Vor Hela werden letzte Flüchtlinge, Verwundete und Soldaten an Bord genommen.

14.05.1945
Letztes Flüchtlingsschiff trifft um 14.00 Uhr in Flensburg ein.